Üb Aug und Hand, halt rein den Stand.

Gründung und Entwicklung der Schiessgruppe

 

Es ist nun einmal so, nicht nur der Mensch wird von Jahr zu Jahr älter, sondern auch ein Verein. Jedoch so scheint es, besteht zwischen diesem Älterwerden ein Unterschied. Der ältere Mensch möchte gern einige von seinen Jahren absteifen. Traditionsvereine aber müssen nach Möglichkeit alt sein und ihre Mitglieder möchten gern auf eine langjährige Tätigkeit ihres Vereins zurückblicken können. Bei der Rhader Schiessgruppe stellt sich das alles etwas anders da. Ihr Gründungsjahr ist bekannt. Sie wurde im Jahre 1955 von neun jungen Männern, welche sich für den Schiesssport interessierten, gegründet. Ihre Namen sind: Josef Gülker, Hubert Frerick, Heinrich Nienhaus, Franz Gertdenken, Heinz Gertdenken. Clemens Gertdenken, Josef Schulte, Franz Schulte und Otto Windbrake. Den Vorsitz des neugegründeten Vereines übernahm Josef Gülker.

Die Gründung der Schiessgruppe fand in enger Verbindung mit dem Vorstand des Schützenvereines statt und wurde auch als Unterabteilung des Schützenvereines gesehen. Aus diesem Grunde waren auch die beiden westen Waffen, (Luftgewehre) die dem Verein zur Verfügung standen, ein Geschenk des Schützenvereines. Die enge Verbindung zum Schützenverein ist bis zum heutigen Tag erhalten geblieben.

 

Als Übungsstätte stellte die Gaststätte Nienhaus ihren Saal zur Verfügung, in dem dann wöchentlich am Samstagabend das Übungsschiessen stattfand. Es war kein moderner Stand mit mechanischen oder elektrischer Zuganlage, sondern bei jedem Kugelfang stand ein zweiter Schütze, der nach jeweils 5 Schuss die Scheibe wechselte. Geschossen wurde auf 12er Scheiben in drei Stellung und zwar sitzend, kniend und stehend. Wenn das alles auch etwas umständlich war, so brachten diese Übungsabende für die Mitglieder der Schiessgruppe doch sehr viel Abwechselung und letztlich auch schonganz beachtliche Ergebnisse.

 

Im Laufe der nächsten Monate nach der Gründungsversammlung entschieden sich noch eine Reihe junger Männer aus Rhade und auch zwei aus Lembeck-Endeln, dem Verein beizutreten. Im Sommer des Jahres 1956 fand der erste Vergleichskampf gegen die Schiessgruppe Holsterhausen Dorf statt.Geschossen wurde mit einer Zehner-Mannschaft. Der Wettkampf ging zwar verloren, aber er machte allen Teilnehmern Freude und stärkte das Zusammengehörigkeitsgefühl. Nach diesem Wettkampf trat die Schiessgruppe dem Amtssportverband bei. In den folgenden Jahren wurden regelmässig gegen alle bestehenden Schiessgruppen des Amtsbezirkes Dorsten Wettkämpfe ausgetragen. Durch diese Wettkämpfe wurden jährlich die beste Mannschaft und die drei besten Einzelschützen des Amtsbezirkes ermittelt.

Eine große Siegerehrung in festlichem Rahmen war dann für alle Schiessgruppen

des Amtsbezirkes der Höhepunkt des Sportjahres.

 

Im Jahr 1957 machten wir in der Schiessgruppe die ersten zaghaften Versuche,

wieder eine Mannschaft im KK Gewehr-Schiessen zu etablieren. Mit der Genehmigung des Revierförsters Josef Wolf wurde der KK Stand des ehemaligen Kriegervereines Rhade, der sich im Forstpark der Gewerkschaft Lothringen befand, (jetziger Standort der Vogelstange) entrümpelt und wieder gängig gemacht. Ein Vereins-KK Gewehr wurde gekauft und sonntags war von 10 Uhr bis 12 Uhr KK-schiessen angesagt. Zu eingentlichen Wettkämpfen und Meisterschaften im KK-schiessen aber kam es erst zum Beginn der 60er Jahre, als die Schießgruppe Raesfeld einen neuen KK- Stand erstellt hatte, den wir gegen Zahlung einer Gebühr nutzen konnten.

Im Jahre 1958 trat Josef Gülker aus zeitlichen Gründen von seinen Aufgaben als

Erster Vorsitzender zurück. Die Jahreshauptversammelung wählte Franz Schulte zu

seinem Nachfolger. Die Schiessgruppe entwickelte sich in den darauf folgenden Jahren sehr gut. Die Mitgliederzahl wuchs uns es wurde zusätzlich zu der 10er Seniorenmannschaft eine Jugendmannschaft gebildet. Beide Mannschaften nahmen an Meisterschaften und Vergleichskämpfen teil, sowohl mit dem Luftgewehr als auch in der Disziplin – KK. In dieser Zeit wurde auch auf Empfehlung des Deutschen-Schützenbundes die 12er Scheiben durch 10er-Scheiben ersetzt.

 

In der Mitte der 60er Jahre fand ein völliger Umbruch aller Schiessgruppen des Amts-

Bezirkes statt. Aus Vesicherungstechnischen- und Sicherheitsgründen traten alle

Schiessgruppen dem Westfälischen- Schützenbund und dem Landessportbund bei.

Bei diesen beiden Dachorganisationen konnten nur gerichtliche eingetragen Vereine

Mitglied werden. Aus diesem Grunde liessen sich alle Schiessgruppen beim Amtsgericht Dorsten ins Vereinsregister eintragen, Durch die Mitgliedschaft im Westfälischen Schützenbund Kamen auch wir. So wie alle anderen neu eingetragenen Vereine zum Schützenkreis Haltern. Dieser wurde dann später in den Schützenkreis Haltern. Dorsten umbenannt. Alle Wettkämpe innerhalb des Schützenkreises Haltern- Dorsten wurden mit 4er Mannschaften durchgeführt. Jede Disziplin war in Klassen eingeteilt mit der Möglichkeit des Auf- und Abstiegs. Unsere Schiessgruppe etablierte sich in drei Disziplinen und wir unterhielten Mannschaften Im LG- schiessen, LP- schiesssen, KK- schiessenund später auch in zwei Pistolen- Disziplinen. Die Mitgliederzahl war auf über 70 angewachsen. Mehr als die Hälfte davon nahm an den verschiedenen Wettkämpfen teil.

 

Nach der kommunalen Neuordnung im Jahre 1975, als Rhade der Stadt Dorsten

Zugeordnet wurde, plante die Verwaltung der Stadt ein Sportzentrum für den neuen

Ortsteil Rhade. Mit Unterstützung des Sportamtsleiters Gerd Brand und in Verbindung mit dem Rhader Schützenverein und dem F.C. Rhade gelang es, in den Kellerräumen unter dem Umkleidegebäude ein Domizil sowohl für die Schiessgruppe als auch für die Schützenkapelle zu erstellen. Das gesamte Gebäude wurde in Eigenleistung von den drei interessierten Vereinen gebaut, im Jahre 1978 eingeweiht und der Stadt übergeben. Ihr 25-jähriges Jubiläum konnte die Schießgruppe im Jahre 1980 schon in den neuen Räumen feiern.

Zu dieser Feier gab es Aktivitäten für alle Vereine aus dem Ortsteil Rhade und für alle Mitgliedervereine des Schützenkreises Haltern- Dorsten. Im Jubiläumsjahr 1980

Gehörten 82 Mitglieder der Schiessgruppe an. Folgende Mitglieder gehörten zum Vorstand: 1.Vors. Franz Schulte, 2.Vors. Franz Mechlinski, Sportleiter Leonhard Krampe, Jugendwart Heinz Dieter Schmäing und Heinrich Schulte Bocholt, Kassenwart 1 Heinz Gertdenken, Kassenwart 2 Franz Mechlinski, Kassierer Ludger Ebbing und Waffenwart Klemens Hinsken.

Nach dem 25jährigen Vereinsjubiläum und in den Folgejahren erlebte die Schiessgruppe einen kräftigen Aufschwung. In dieser Zeit wurde auch das Schiessen mit dem aufgelegten Gewehr für Mitglieder über 45 Jahren vom Westfälischen Schützenbund erlaubt und gefördert. Auch wir beteiligten uns zunächst mit einer, später dann mit drei Mannschaften an diesen Wettbewerben.

Das Jahr 1987 brachte für unsere Schiessgruppe eine wesentliche Änderung. Alle 6 Luftgewehrstände wurden mit elektrischen Scheibenzuanlagen ausgerüstet. Diese Anlagen waren beim Training und bei den Wettkämpfen eine wesentliche Erleichterung für uns alle. Die Entwicklung der Präzisonswaffen machte von Seiten der Waffenhersteller gewaltige Fortschritte. Diese führten dazu, dass wir immer gezwungen waren, neue Luftdruckwaffen zu kaufen, damit wir in unserem Schützenkreis und darüber hinaus mit den besten Schützen mithalten konnten. Später, in den 90er Jahren, entwickelte die Industrie ein Gerät, mit dem die beschossenen Scheiben elektronisch ausgewertet wurden. Von dieser Erfindung waren alle Schützen begeistert. Der Schützenkreis Haltern- Dorsten kaufte ein solches Gerät, was dann jeder Vereinen gegen eine Leihgebühr zu besonderen Wettkämpfen ausleihen konnte. Im Jahre 1999 kauften wir als Verein ein eigenes Auswertegerät, welches uns bis heute sehr gute Dienste leistet. Bei der Jahreshauptversammelung 2002 trat Franz Schulte aus Altersgründen von seinen Aufgaben als 1. Vorsitzender zurück. Die Versammelung wählte Leonhard Krampe einstimmig zu seinem Nachfolger. Franz Schulte wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Im gleichen Jahr entwickelte sich im Westfälischen- Schützenbund das Ligaschiessen. Leider ist die Teilnahme für uns sehr umständlich, weil wir nicht über einen Schiessstand mit wenigstens 10 Schiessbahnen verfügen. Aus diesem Grund plant der Vorstand die Errichtung eines neuen Schiessstandes, sowohl für Luftdruckwaffen, als auch für Klein- und Großkaliberwaffen, Mit dem Bau soll nach Möglichkeit im Jubiläumsjahr begonnen werden.

 

Die Schiessgruppe besteht zurzeit aus 135 aktiven und passiven Mitgliedern. Folgende Schützen gehören im Jubiläumsjahr dem Vorstand an:

Geschäftsführender Vorstand 1. Vorsitzender, Leonhard Krampe, 2. Vorsitzender, Franz Mechlinki, Schiessleiter, Berthold Kassenböhmer. Erweiterter Vorstand: Jugendwart, Werner Soggeberg, Kassenwart 1 s, Heinrich Schulte Bocholt, Kassenwart 2, Franz Mechlinski, Gerätewart, Karl Heinz Frerick, Pressewart, Siegfried Höller.

 

Ich wünsche der Schießgruppe für den Bau des neuen Schießstandes und für die Aktivitäten im Jubiläumsjahr ein gutes Gelingen und für die Zukunft alles Gute.

Franz Schulte